Runge - Bilder

 
 
Chemieprojekt nach dem Prinzip der Papierchromatographie. Es wurden Vorlagen von Runge (dem "Entdecker") nachgestellt .

(1992, FEZ Wuhlheide) 


 
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  1) Schwefelsaures Eisenoxyd 8° B. -  2)  Gelbes Cyaneisenkalium 1:32

1. Die gelbe Scheibe, die wir vor uns haben, ist mit schwefelsaurer Eisenoxyd-Lösung von 8° B. dargestellt. Sie macht die Grundlage von mehreren folgenden Bildern aus, die der Hauptsache nach aus blauem Cyaneisen bestehen. Dasselbe bildet sich, wenn man gelbes Cyaneisenkalium (gelbes Cyaneisensalz) mit schwefelsaurem Eisenoxyd, beides in wässriger Auflösung, zusammen bringt, oder wenn man wie hier geschehen, einen Tropfen gelbe Cyaneisensalzauflösung auf Papier bringt, das mit schwefelsaurem Eisenoxyd durchdrungen ist. Es entsteht ein blauer Klex von Cyaneisen, der schon eine bestimmte Gestaltung zeigt, aber schöner und ansehnlicher wird, wenn man mehr oder soviel Tropfen Cyansalzauflösung nach und nach aufbringt, dass fast die ganze Eisenfläche in die neue Verbindung umgewandelt wird, wie bei No.2 geschehen.

2. Das Bild, welches auf der vorhergehenden Seite ganz im Kleinen entstanden ist, haben wir hier im Grossen vor uns. Es entsteht dadurch, dass anstatt eines Tropfens gelbe Cyansalzauflösung, derer zwanzig und mehr aufgebracht werden, und zwar nach und nach, entsprechend der Aufsaugungsfähigkeit des Papiers. Hierbei erfolgt nun die Wechselzersetzung des Eisen- und Cyansalzes: es entsteht blaues Cyaneisen und schwefelsaures Kali. Es sind auf dem Bilde verschiedene Stoffverbindungen zu unterscheiden, weil sie nebeneinandergelagert sind. Besonders ist das an der Grenze der Fall, wo die blaue Cyanverbindung in das gelbe Eisensalz hineinragt: da entsteht dann zu beiden ein Grün. Obiges Bild ist der verschiedensten Abänderung fähig, wenn man z.B. einen anderen Stoff, gleichsam als einen Störenfried dazwischen bringt, wie dies auf dem folgendem Blatte geschehen.
 


 
 
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 1) Schwefelsaures Eisenoxyd 7° B. - 2) Phosphorsaures Ammoniak 1:8 - 3) Gelbes Cyaneisenkalium 1:32

3. Dieses Bild weicht bedeutend von dem vorhergehendem (No. 2) ab, und doch besteht es der Hauptsache nach aus denselben Bestandteilen: Eisensalz und Cyansalz. Das posphorsaure Ammoniak ist aber die Ursache des Unterschiedes. Es wurde zwischen hineingeschoben, d.h. nachdem die gelbe Eisengrundlage (No. 1) trocken geworden, wurden einige Tropfen phosphorsaures Ammoniak aufgebracht, und nun erst , nachdem auch diese trocken geworden, folgte das gelbe Cyansalz. Die Wirkung des phosphorsauren Ammoniaks ist augenscheinlich, denn das Eirund in der Mitte rührt von ihm her. Es hatte sich zuerst ein Bild von phosphorsaurem Eisenoxyd gestaltet. Dies Bild mit seinen eigenthümlichen Auszackungen ist auch nach Einwirkung des gelben Cyansalzes geblieben, und zeigt durch seine graue Farbe an, dass das gelbe Cyansalz das phosphorsaure Eisenoxyd nicht so vollständig zersetzt hat, um reines Cyanblau zu bilden. Im Gegenteil zeigt sich deutlich, dass hier das phosphorsaure Salz eine Einwirkung übt, die man früher nicht gekannt hat, und die wir bei der Anwendung des rothen Cyansalzes und den Kupfersalzen noch auffallender wieder finden.


 
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2 + KOH

 
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3 + KOH

 
 
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Zusammensetzung wie in 3. nur wird hier der Ammoniumphosphat - Kreis größer

 
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    1) Schwefelsaures Kupferoxyd 1:16 - 2) Gelbes Cyaneisenkalium 1:32

Die Auflösung des schwefelsauren Kupferoxyds oder des Kupfervitriols hinterlässt auf Papier gebracht nach dem Trocknen eine blaugrüne Färbung, wie der äussere Rand des obigen Bildes zeigt. Gelbes Cyansalz wandelt sie in rotbraune, in Folge einer Wechselzersetzung beider Salze. Es entsteht nämlich rotbraunes Cyaneisen-Cyankupfer einerseits und schwefelsaures Kali andererseits. Dies vertheilt sich gleichmässig auf dem Eirund indem das rothbraune Cyaneisenkupfer, mehr nach dem Rande getrieben, sich anhäuft. Schön ist das dadurch entstehende Bild nicht, aber es bildet die Grundlage zu recht schönen, wenn andere Stoffe mitwirken, wie es im folgendem Bilde No. 5 zu sehen ist.


 
 
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 1) Schwefelsaures Kupferoxyd 1:12 - 2) Phosphorsaures Ammoniak 1:8 - 3) Gelbes Cyaneisenkalium 1:32

Was bei diesem Bilde zuerst auffällt, ist der rothe Farbenton, der von der Einwirkung des phosphorsauren Ammoniaks herrührt. Dies Salz wurde hier nämlich ebenso wie bei No. 3 zwischen geschoben, d.h. es wurden einige Tropfen davon auf die trockene Kupfersalzgrundlage gebracht und nun erst, nachdem auch dies trocken geworden, die gelbe Cyansalzauflösung. Die [...] Bringt man nun, nachdem alles trocken geworden, das gelbe Cyansalz auf, so wird das entstandene phosphorsaure Kupferoxyd-Bild in der Mitte nicht weggeschwemmt, sondern bleibt, aber nimmt eine rothe Farbe an, wie wir sie hier vor uns sehen. Diese rothe Farbe rühr offenbar davon her, dass sich das phosphorsaure Ammoniaksalz mit dem rothbraunem Cyaneisenkupfer verbindet [...]


 
 
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  1) Schwefelsaures Kupferoxyd 1:12 - 2) Schwefelsaures Ammoniak 1:16 - 3)  Gelbes Cyaneisenkalium 1:16

Bei diesem Bilde ist anstatt des phosphorsauren Ammoniaks schwefelsaures Ammoniak  in Anwendung gebracht worden, indem 9 Tropfen der Auflösung dieses Salzes auf dieselbe Kupfersalzgrundlage verteilt wurden wie No.6 . Gelbe Cyansalzauflösung macht die Wirkung dann später sichtbar. Bemerkenswerth ist die eigenthümliche Zeichnung in den 8 Eirunden, die den Mittelpunkt umgeben. Dieser Mittelpunkt ist auch durch schwefelsaures Ammoniak hervorgebracht, ist aber ganz glatt im Innern und zeigt keine Spur von der wellenartigen Bildung der 8 Eirunden des Umkreises. Woher kommt das ? - Daher, dass dieses mittelste Eirund der Platz ist, wo die Cyansalzauflösung aufgebracht wurde. Es wurde also von der Flüssigkeit bespült, indess die anderen Eirunden befeuchtet wurden. Dies kann wohl einen solchen Unterschied hervorbringen, obgleich bei vielen anderen Bildern, die auf gleiche Weise dargestellt wurden, nicht der Fall ist. Es stellt sich,  wie man sieht, in diesem Bilde ein bemerkenswerter Unterschied von No. 6 heraus. No. 6 ist durchgängig roth, nur im Umkreise erscheint stellenweise blau. Hier dagegen ist das ganze Bild davon verdunkelt.


 
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   1) 3 Theile schwefelsaures Kupferoxyd 1:12. 1 Theil schwefelsaures Eisenoxyd 8° B. - 2) Schwefelsaures Ammoniak 1:8. - 3)  Gelbes Cyaneisenkalium

Hier haben wir ein Bild, das sich ganz besonders durch seinen grünen Farbton auszeichnet, dessen Ursprung schon aus der gelben Umrandung des Bilde zu errathen ist. Die Grundlage besteht hier nämlich nicht mehr aus schwefelsaurem Kupferoxyd allein, wie bei No. 7, sonder es ist hier ein Theil Eisensalz zugemischt, wie oben in der Vorschrift angegeben. Dadurch entsteht dann mit dem Cyansalz blaues Cyaneisen, das merkwürdiger Weise hier, wo es mit rothbraunem Cyaneisenkupfer vermischt ist, nicht veilchenblau wie es sein müsste, sondern schön grün erscheint.


 
 
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   1) Schwefelsaures Manganoxydul 1:12  - 2) 1 Theil Ammoniakflüssigkeit   1 Theil chromsaures Kali 1:12

Das obige Bild gestaltet sich unter Mitwirkung des Sauerstoffs der Luft und der Chromsäure auf Mangansalzgrund. Durch beider Einfluss wird aus dem ursprünglich abgeschiedenen Manganoxydulhydrat: Manganoxydulhydrat mit brauner Farbe, die hier aber durch das gleichzeitig entstehende grüne  Chromoxydhydrat einen lichteren Farbton erhält. - Der eigenthümliche Gestaltungstrieb der Mangansalze, wie er bei späteren Bildern sichtbar wird, zeigt sich hier noch etwas verworren und von Schatten und Licht ist nur erst wenig zu bemerken.


 
 
 
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   1) 1 Theil schwefelsaures Manganoxydul 1:8   1 Theil schwefelsaures Natron 1:8  - 2) 1 Theil gelbes chromsaures Kali 1:12   1 Theil Ammoniakflüssigkeit .

Dieses Bild ist wesentlich dasselbe wie das vorhergehende No. 9, aber es ist gedehnter,  gleichsam lockerer durch die Dazwischenkunft eines anderen Salzes, des schwefelsauren Natrons. [..] Mangansalzgrundlage der [..] saures Natron etwa zur Hälfte enthält. Das Vorhandensein dieses Salzes in der Grundlage ist hiermit die Ursache, dass das Bild sich so ausgedehnt hat, gleichsam verschwommen ist. - Bilder ohne Zusatz von chromsaurem Kali zur Ammoniakflüssigkeit [..]


 
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   1) 3 Theile schwefelsaures Manganoxydul 1:8   1 Theil schwefelsaures Kupferoxyd 1:8  - 2) Kalilauge  (aus 30 Pottasche, 12 Kalk und 320 Wasser bereitet)

Das überaus kräftige Bild, welches wir hier vor uns haben, verdankt seinen Ausdruck und sein Gepräge besonders dem Kupfersalz, welches in der Mangansalzgrundlage enthalten ist. Die grünliche Umgrenzung des Bildes rührt davon her. - Das Bild selbst, welches dem schönsten Maser gleicht, erfordert bei seiner Darstellung mehr Aufmerksamkeit als die vorhergehenden Bilder. Es darf nämlich das Auftröpfeln der zweiten Flüssigkeit (der Kalilauge) nicht gleich nach der Einsaugung des vorigen Tropfens, sondern muss in längeren Zwischenräumen geschehen, damit das anfangs mit weisser Farbe sich abscheidende Manganoxydulhydrat Zeit behält, sich in braunes Manganoxydulhydrat zu verwandeln.


 
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   1) Schwefelsaures Manganoxydul 1:16  -  2) 1 Theil gelbes chromsaures Kali in 16 Theile Kalilauge (siehe No. 12) aufgelöst.

Das obige Bild ist ein Seitenstück zu den beiden Mangan-Ammoniakbildern No. 9. und 10., aber das flüchtige Ammoniak ist hier durch das nicht flüchtige Kali vertreten. Die Unterschiede, sowohl in Form wie Farbe, sind verschieden. Besonders auffallend ist der gelbe Schild, welcher durch den schwarzbraunen Rand so gehoben wird, dass man ein wirkliches körperliches Gebilde zu sehen glaubt. Bei den Bildern No. 9. und 10. sind diese Schattierungen auch vorhanden, aber sie treten, weil das Gelbe fehlt, nicht so deutlich auf.


 
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   1) Schwefelsaures Manganoxydul 1:8. - 2) Rothes Cyaneisenkalium 1:24.

Auf den ersten Blick zeigt das obige Bild nicht viel auffallendes: ein grüner See mit braunem Ufer. Näher betrachtet erscheint dies Ufer aber als sehr merkwürdig in sienen vielgestaltigen Auszackungen und Räumen, die besonders bei durchfallendem Lichte angesehen werden müssen. Da ergibt sich dann eine vollkommende Fernsicht-Malerei, wie sie der geschickteste Maler nicht richtiger hervorbringen kann. Die Sache ist wunderbar genung, da hier nur 2 Stoffe : das Mangansalz und das Cyansalz aufeinander einwirken. - Es entstand nun bei mir die Aufgabe, diese Malerkünste auszubeuten, und durch verschiedene Zusätze noch vollkommenere und ausdruckvollere Bilder zu erhalten. Die 4 folgenden Bilder sind unter diesen Bemühungen entstanden.


 
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   1) Schwefelsaures Manganoxydul 1:8 - 2) 1 Theil Oxalsäure 1:16.  1 Theil rothes Cyaneisekalium 1:8.

Hier haben wir nun den ersten Abänderungsversuch des Urbildes No. 14., es wurde der Cyansalzauflösung Oxalsäure  zugesetzt. Die Umgrenzung des Bildes ist, wie man sieht, eine ganz andere als bei No. 14., aber ebenso malerisch richtig in der Licht- und Schattengebung. - Man kann hier die Frage aufwerfen: Woher kommt es, dass hier sich aus der blaugrünen Fläche wie bei No. 14. aus der gelbgrünen, ein brauner Stoff sich abscheidet, der eben die Entstehung des malerischen Randes bedingt ? Dieser Stoff ist eine Verbindung von Anderthalb-Cyaneisen mit Cyan mangan, und wird als ein dicker Niederschlag erhalten, wenn man eine Manganauflösung im Überschuss mit rother Cyansalzauflösung vermischt. Hier im Bilde entsteht an der Grenze dieselbe Verbindung, d.h.  da w noch umgesetztes Mangansalz im Papier vorhanden ist.


 
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   1) Schwefelsaures Manganoxydul 1:8. - 2) Phosphorsaures Ammoniak 1:8. - 3) Salpetersaures Kupferoxyd 1:16. - 4) Phosphorsaures Ammoniak 1:8. - 5) Rothes Cyaneisenkalium 1:32

Die in der Überschrift angeführte Menge der verschiedenen Stoffe, die zur Erzeugung dieses Bildes gedient haben,  musste nothwendig etwas ganz Anderes in die Erscheinung bringen, als die beiden vorhergehenden Bilder. Hier ist alles auseinander ge- [..] risches Gebilde, das wohl Ansprüche machen kann, mit iegendener grossen Blume verglichen zu werden. Aber es fehlt der Ausdruck, die Kraft der Farbengestaltung, wie ich sie nennen möchte, die wir bei einigen der folgenden Bilder gewahren.  [..]
Beim zweiten Bild wurde nur die Größe der Ringe etwas variiert.


 
 
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   1) Schwefelsaures Manganoxydul 1:8. - 2) Phosphorsaures Ammoniak 1:8. - 3) 1 Theil Rothes Cyaneisenkalium 1:32   2 Theile Kochsalz 1:2.

Durch einen glücklichen Zufall, denn dass der bei der Entstehung so sonderbarer Gewächse, die nie ein Menschenauge gesehen hat mitwirken muss, ist wohl kein Zweifel, kam mir eine Kochsalzauflösung in die Hand als ich rothe Cyankaliunauflösung auf eine Mangansalz-Grundlage tröpfeln wollte, in deren Mittelpunkt sich phosphorsaures Ammoniak befand. Ich vermischte sie mit dieser in dem oben angegbenen Verhältniss, und wandte sie an. Mein Erstaunen war gross ! Das [..] Bild No. 16., beinahe ohne Begrenzung, machte einem ernsten gedrungenen, mit spiessigen Einfassungen verschieden [?] Platz, der gegen  das Licht gehalten,  noch eine mauerartige inner Umwandlung recht deutlich gewahren lässt. Das Bild ist demnach der Gegensatz zu No. 16.  Bemerkenswerth ist der Mangel jeder anderen Färbung, als der braunen: da sonst das Cyansalz auf blassem Papier schon sich mit der Zeit blau färbt. Kochsalz verhindert hier die Zersetzung, obwohl das Bild,  dem hellen Sonnenschein längere Zeit ausgesetzt, bläulich wird.


 
 
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   1) 32 Theile schwefelsaures Mangan 1:8.  1 Theil schwefelsaures Eisenoxydul 1:4.  - 2) 1 Theil rothes Cyaneisenkalium 1:8, 1 Theil Kaliluge (Siehe No. 12.)

Hier kommt nun endlich ein geordnetes Bild, welches auf der Grundlage der 4 vorherigen gewachsen ist, nur mit dem Unterschied, dass diese Grundlage neben dem Mangansalz auch einen kleinen Theil Eisensalz enthält, wie der gelbe Umkreis des Bildes schon verräth. Durch diese Beimischung einerseits, und die Versetzung der rothen Cyankaliumauflösung mit Kalilauge  andererseits, ist ein Bild entstandenden, dessen Umgrenzung zu den eigenthümlichsten gehört, die man nur sehen kann. Vorzugsweise ist es die bandförmige, braune Einfassung mit ihren sonderbaren Verschlingungen, die besonders gegen das Licht gehalten, sich kräftig ausnehemen. - Von allen Bildern in diesem Buche ist keins so scharf begrenzt wie dieses. - Das Gegenstück ist das Bild No. 19.


 
 
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   1) 32 Theile schwefelsaures Manganoxydul 1:8. 1 Theil schwefelsaures Eisenoxydul 1:4 - 2) 1 Theil rothes Cyaneisenkalium 1:16  1 Theil Oxalsäure 1:16.

Es unterliegt keinem Zweifel, dass sie eigenthümliche Randgestaltug des vorigen Bildes No. 18. in der Einwirkung der Kalilauge ihren Grund hat: denn die braune bandförmige Ablagerung am Rande besteht aus Manganoxydulhydrat, was wir in dunkler Färbung schon bei No. 12. kennen gelernt haben. Es fragt sich nun, welche Wirkung unter gleichen Verhältnissen anstatt des Kali sein Gegensatz, die Oxalsäure haben würde ? und die Antwort darauf ist obiges Bild, das sich gleichfalls durch sehr eigenthümliche Auszackungen auszeichnet, denen aber die Schärfe der bandförmigen Einfassung fehlt, die wir bei No. 18. bewunderten. - Eine Beziehung zu obigem Bilde hat das letzte in diesem Buche, (No. 32.,) wie dort nachzusehen.


 
 
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   1) Schwefelsaures Manganoxydul 1:16. - 2)  1 Theil gelbes Cyaneisenkalium 1:16,  1 Theil Oxalsäure 1:16 - 3) 2 Theile rothes Cyaneisenkalium 1:6, 1 Theil Chromalaunmischug (dargestellt aus 3 rothem chromsaurem Kali, 4 Schwefelsäure und 32 Wasser)

Ein grosser Naturforscher sagt: die Natur offenbart ihre Geheimnisse auf der Oberfläche ; ich möchte hinzusetzen: und besonders am Rande dieser Oberfläche !  Recht anschaulich wird dies bei obigem Bilde, wenn man es gegen das Lcht gehalten betrachtet. Wunderbar ist die [..] Schichtung dieses Randes und um so wunderbarer, wenn man es sich klar macht, dass zu seiner Bildung eine wirklich chemische Trennung der Bestandteile der letzten Flüssigkeit (3) vor sich gehen musste. Das Cyansalz hat sich mit dem Mnagansalz der Grundlage vereinigt und theilweise zersetzt, daher kommt die grüne Färbung der bräunlichen Scheibe am Rande. Unter diesem bemerkt man nun eine blau grüngrau gefärbte Bildung, ähnlich einem gekräuseltem Frauenzimmerkragen. Diese Bildung ist das Werk der Chromalaunmischung, die sich hier durch Einwirkung des Mangansalzes in Chromalaun [?] verwandelt wird.


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   1)  3 Theile schwefelsaures Manganoxydul 1:8,  1 Theil schwefelsaures Kupferoxyd 1:8.  - 2) Phosphorsaures Ammoniak 1:8. - 3) 1 Theil Cyaneisenkalium 1:8, 1 Theil Kalilauge. (Siehe No. 12.)

Rothe Cyaneisen-Cyankupfer-Bilder sind schon unter No. 4., No. 5. und No. 6. vorgekommen. Sie sind gewachsen auf reinem mit Kupfersalz getränkten Papiergrund unter Wirkung von [..] Mangansalz Schuld ist, welches im Verhältnis zum Kupfer, in zu grosser Menge vorhanden ist. Es ist aber nothwendig, um ein Gebilde wachsen zu machen, wie wir es hier vor uns haben. [..]


 
 
 
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   1) 1 Theil Schwefelsaures Manganoxydul 1:8, 1 Theil schwefelsaures Kupferoxyd 1:8. - 2) Phosphorsaures Ammoniak 1:8. - 3) 1 Theil Cyaneisenkalium 1:8,  1 Theil Kalilauge, 1 Theil Wasser .

Bei Betrachtung über das umstehende grosse Asterbild (No. 21.) schloss ich mit der Frage: Welcher Stoff vielleicht im Stande wäre, eine stärkere oder schärfere Sonderung der Strahlblätter zu bewirken ? Ich versuchte die Antwort durch allerlei Beimischungen zu erhalten. Mehr Mangansalz war von keiner Wirkung. Mehr Kupfersalz schien Etwas zu versprechen, und so entstand das obige Bild. Es ist jedoch nicht das [...], sondern ein ganz anderes, wie man sieht. Es ist [...] verdiente hier aber doch Stelle, wegen der eigentlichen Strahlenbüschel, die von seinem Mittelpunkt aus gehen [?...] gleichsam über- und nebeneinander schieben.


 
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   1) 3 Theile schwefelsaures Mangan 1:8, 1 Theil schwefelsaures Kupfer 1:8. - 2) Phosphorsaures Ammoniak 1: [..]. - 3) 1 Theil gelbes Cyaneisenkalium 1:8, 1 Theil gelbes chromsaures Kali. 2 Theile Kalilauge.

Ich bitte meine Bilderbeschauer sich das Bild No. 13. noch einmal anzusehen,  indem das obige eine bunte Fortsetzung davon ist. Durch die Mitwirkung von Kupfersalz und Cyansalz ist es zu einem recht merkwürdigen Bilde geworden. Besonders fällt der zweite, der gelbe Rand zwischen dem inneren rothen und dem äusseren braunschwarzen auf. Seine Entstehung beruht auf einer ebensolchen chemischen Zerlegung der Bestandteile der letzten Flüssigkeit (3) wie dies bei No. 20. schon erörtert ist. Das Cyansalz hat sich hier mit dem Kupfersalz der Grundlage vereinigt zu der rothen Verbindung, dann tritt die Wirkung des Chromsalzes hervor in dem gelben Rande, und endlich [..] Kalilauge in der schwarzbraunen Umschattung.- So macht die Chemie ihre Bilder, sie folgt ganz dem Gesetz der Wal[..]hung, wie beim Vermischen derselben Flüssigkeiten in einem [...(Glase.)] Nur mit dem Unterschied, dass hier die verschiedenen chemischen Vorgänge wirklich (nämlich hier bildlich) auseinander g[..] sind, indess im Glase alles durcheinander ist und nur ein [..(far)]biger Brei sichtbar wird.


 
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   1) Schwefelsaures Manganoxydul 1:12. - 2) Phosphorsaures Ammoniak 1:8 - 3) 1 Theil rothes Cyaneisenkalium [..]  1 Theil Chloralumium 6°B.

„Erzeugt dein Bildungs[..] auch Mißgeburten ? ! “ wird Jeder unwillkürlich fragen, der die obigen [Schreck]bilder erblickt. Sie sind in der That nicht wohl gestaltet, aber eigenthümlich genug, um hier einen Platz zu verdienen. Wer nun ein solches Bild zu Gesicht bekommt, kann leicht an Zufall denken; wenn er aber zwei, dem Wesen nach, ganz gleiche Bilder vor sich hat, oder wie ich, der Züchter, tausende, der muss sich gedrungen fühlen, hier eine Gesetzmäßigkeit anzuerkennen, die in der aüsseren [...] Gestaltungsweise sich ausspricht. Sie ist nun so [...] voller, als ich versichern kann, daß allem von Mittel[...] die Wechselwirkung der bildenden Stoffe hier [...]


 
  1) Chromalumium 6 °B. - 2)  Gelbes Cyaneisenkalium 1:16 - 3) 1 Theil schwefelsaures Eisenoxydul 1:8, 3 Theile Chloralumium 6°B

Das obige Gebilde zeichnet sich, was die äußere Einfassung betrifft, such eine Art Plumpheit aus, wovon in den bisherigen Bildern nicht viel zu bemerken war. Dafür ist aber auch der innere Schild mit seiner weissen Einfassung desto zierlicher. – Die Entstehung und Gestaltung beruht darauf, dass Auflösungen von Thonerdesalzen und Cyaneisenkalium zusammen gemischt, sich in der Art zersetzten, dass ohne Hinzutun von Eisensalz blaues Cyaneisen erzeugt wird. Es entsteht nämlich zunächst durch Wechselzersetzung mit dem Chloralumium, Chlor – Thonerdehydrat und Eisenblausäure. Die Eisenblausäure wandelt sich dann durch Luft und Lichtenwirkung in Cyaneisen. – Das eben Gesagte gilt von dem plumpen Gebilde das auf dem Chloralumiumgrund Platz genommen weiss geränderte Schild ist durch eine dritte Flüssigkeit [entstan]den, die auch Chloralumium, aber ausserdem noch Ei[sen] enthielt.

  1)  Chloralumium 6°B - 2) Gelbes Cyaneisenkalium 1:16 - 3) 1 Theil schwefelaures Kupferoxyd 1:8, 3 Theile Chloralumium 6°B

Das vorige Bild (No. 25) wiederholt sich hier, mit der Ab- [...] hier noch Platz ist, bemerke ich, dass man Chlora [...]


 
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   1) 4 Theile schwefelsaures Manganoxydul 1:8 – 2) Schwefelsaures Kupferoxyd 1:8. - 3) Phosphorsaures Ammoniak 1:8, 1 Theil schwefelsaures Zinkoxyd 1:8 - 4) 1 Theil gelbes Cyaneisenkalium 1:8,  1 Theil Kalilauge, 2 Theile Wasser .

Zu den mit am meisten überraschenden Thatsachen bei dieser chemischen Blumentreibenerei, gehören die eigenthümlichen Ausscheidungen und Sonderungen gewisser, aber erst sich bildender Verbindungen, die den Bildern No. 13 und 23 ein blumenartiges Ansehen geben. Es ist das Verschiedenartige, was sich dort nebeneinander lagert. – Neugierig war ich nun, zu erfahren, wie das Ähnliche oder Gleiche sich verhält, wenn es sich begegnet? Ob es gutwillig in einander schliesst oder ob das Gegentheil stattfindet? Letzteres ist in obigen Bildern der Fall: Jedes hat zwei Mittelpunkte, und con diesen aus wntwickelten sich nun zwei gleichartige Blumen. Man sieht, sie haben miteinander gekämpft, um nicht in einander zu fliessen. Eine jede hat ihre Selbstständigkeit behauptet, und an der Berührungsgrenze sind gleichsam noch Verschanzungen zu sehen, wo ein Weiterdringen der Flüssigkeit von der einen oder andern Seite sein Ziel fand.


 
 
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  1) 4 Theile schwefelsaures Manganoxydul 1:8, 1 Theil schwefelsaures Zinkoxyd 1:8. - 2) schwefelsaures Kupferoxyd 1:8 (in der Mitte.) – 3) schwefelsaures Eisenoxyd 15°B (auf 4 Stellen.) – 4) Phosphorsaures Ammoniak 1:8  - 5) Gelbes Cyaneisenkalium 1:32.

Da wir nun bereits Wunderdinge vom Bildungstriebe gesehen haben, so gebietet es schon die Pflicht der Selbsterhaltung, die Sache nicht zu weit zu treiben, und das für sein Werk auszugeben, was der blossen Örlichkeit zukimmt, wo die aufeinander wirkenden Stoffe sich befanden. Hiernach ist das obige auf den ersten Anblick merkwürdige Bild zu würdigen. Ganz besonders fallen die gelben erdbeerartigen Bildungen in die Augen, die aus den blaugrünen Kelchen sich entwickelt zu haben scheinen. Wenn eine solche Bildung vom Mittelpunkt ausgehen sollte (wie bisher bei den meisten Bildern), so wäre das allerdings etwas sehr merkwürdiges. Die Sache ist aber ganz einfach. Man sehe gefälligst das letzte Bild an (No. 32a)  Dort sieht man vier gelbe Scheiben, die durch Auftröpfeln von einer eisensalzhaltigen Flüssigkeit entstanden sind. In ähnlicher Weise ist hier schwegelsaure Eisenoxydauflösung aufgebracht worden. Sie ist so stark, dass sie die gelben Flecke bildet, die im obigen Bilde noch so weit sichtbar sind, als die Cyansalzauflösung (5) sie nicht erreicht und in blaues Cyaneisen verwandelt hat.


 
 
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   1) 4 Theile schwefelsaures Mangan 1:8, 1 Theil schwefelsaures Zinkoxyd 1:8. - 2) schwefelsaures Kupferoxyd 1:8 (in der Mitte.) – 3) schwefelsaures Eisenoxyd 15°B (auf 4 Stellen.) – 4) Phosphorsaures Ammoniak 1:8  - 5) 1 Theil gelbes Cyaneisenkalium 1:24, 1 Theil gelbes chromsaures Kali 1:24.

An diesem Bilde haben wir ein Beispiel, welche Verwüstung ein einziger Stoff hervorbringen kann unter mehreren, die sich ohne ihn, zu einem heiteren vollfarbigen Bilde verinigt hätten. Dieser Stoff ist hier das gelbe chromsaure Kali und das dadurch gleichsam verwüstete Bild ist No.28 auf vorstehender Seite, es ist zu obigen No. 29 geworden, und zwar dadurch, dass als letzte Flüssigkeit (5) anstatt reiner Cyansalzauflösung eine Mischung aus dieser und chromsaurer Kalilösung angewendet worden; alles Übrige ist unverändert geblieben
 


 
 
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 1)  32 Theile schwefelsaures Manganoxydul 1:8,  1 Theil schwefelsaures Eisenoxydul 1:4.  - 2) 1 Theil rothes Cyaneisenkalium 1:16, 1 Theil rothes chromsaures Kali 1:16

Hier ist das Malermeisterstück der Chemie! Eine derbere verbesserte Ausgabe von No. 15 und ein Beweis, dass chromsaures Kali nicht immer Verwirrung anrichtet und Bilder entstellt wie bei No. 29. Bei obigem Bilde ist chromsaures Kali von wesentlcihem Einfluss, und der prächtige Rand  desselben mit seiner kunstgerechten Schatten- und Lichtvertheilung verdient sicher die grösste Aufmerksamkeit, wenn man bedenkt, dass nichts da- [...] ter durch einen Tropfer Chloralumium hervorgebracht und hat den Rand nicht erreicht; ist also unwesentlich in Bezug auf die Hauptsache. – Zum richtigen Verständnis dieser merkwürdigen Randbildung gehört das gegenüberstehende Bild, links. Es ist aus denselben Bestandtheilen erwachsen, und doch so verschieden! Die Ursache ist jedoch unschwer einzusehen. Man betrachte nur die gelbe Umgrenzung, die sich bei den Bildern No. 31 nicht [...]
 





 
 
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